Meldung vom 21.04.2026

Paul Stapelfeldt vor seinem fünften Liga-Titel in Folge: „Wir haben eine unglaubliche Teamchemie“

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Die Moser Medical Graz99ers eilen in den Playoffs der win2day ICE Hockey League von Sieg zu Sieg. Mit einem weiteren Erfolg am Mittwoch in Bruneck würden sich die Steirer ihren ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte sichern. Nach zuletzt vier Meisterschaften in Folge mit Salzburg könnte Paul Stapelfeldt Liga-Geschichte schreiben. Der Verteidiger spricht im Interview über die bisherige Serie, die Stärken der 99ers und das bevorstehende Duell.

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Nach den „Sweeps“ im Viertel- und Halbfinale führen die Grazer auch in der „Best-of-7“-Finalserie gegen Pustertal mit 3:0. Nach zwei 5:1-Erfolgen folgte am Sonntag ein 5:2-Sieg vor heimischer Kulisse. „Die Spiele sind deutlich enger, als es die Ergebnisse vermuten lassen. Ein 3:0 ist natürlich eine klare Serienführung, aber so, wie die Spiele verlaufen sind, wissen wir, dass wir am Mittwoch noch einmal alles rausholen müssen, um auch im Pustertal zu bestehen“, weiß Paul Stapelfeldt, der das Erfolgsrezept der 99ers beschreibt: „Wir haben eine gewisse Ruhe in der Mannschaft. In Momenten, in denen es nicht so gut läuft und der Gegner Chancen hat, das Momentum auf seine Seite zu ziehen, bleiben wir ruhig, ziehen unser Ding durch und überstehen auch diese schwierigen Phasen. Es zeichnet uns aus, dass wir genau wissen, wann man auch einfach nur verteidigen muss: Scheibe raus, wechseln – und die Nächsten verteidigen. Ich glaube, das ist ein wesentlicher Faktor für unseren aktuellen Erfolg.“

Wieser als starker Rückhalt
Goalie Maxime Lagacé führte die Steirer mit starken Leistungen zum Sieg im Grunddurchgang und war auch in den ersten Playoff-Spielen ein sicherer Rückhalt. Im dritten Halbfinale gegen Hydro Fehérvár AV19 verletzte sich der Kanadier und wurde von Nicolas Wieser ersetzt. Der 28-Jährige zeigte keine Nerven und lieferte bislang tadellose Leistungen ab – der Kärntner kassierte erst fünf Gegentreffer und führt die Playoff-Statistiken mit einer Fangquote von über 96% an. „Wenn du erfährst, dass der Einser-Torhüter, der über die gesamte Saison stark gehalten hat, ausfällt, ist das natürlich zunächst ein kleiner Schock. Aber wir wissen, dass wir mit Nicolas eine sehr starke Nummer zwei haben und haben vollstes Vertrauen in ihn. Er hat in den letzten Spielen gezeigt, dass er dieses hohe Niveau halten kann, aktuell überragende Leistungen bringt und uns damit auch diese deutlichen Siege ermöglicht hat. In der Mannschaft gibt es da keinerlei Zweifel – für uns steht nicht ‚der zweite Goalie‘ im Tor“, so Stapelfeldt, der selbst Geschichte schreiben kann.



Stapelfeldt vor Liga-Rekord
Nach vier Meistertiteln mit dem EC Red Bull Salzburg wechselte der Verteidiger im vergangenen Sommer nach Graz, wo er nun nur noch einen Sieg vom nächsten Titel entfernt ist. Der 27-Jährige wäre somit der erste Spieler seit Liga-Neugründung, der die Karl-Nedwed-Trophy zum fünften Mal in Serie in die Höhe stemmen könnte. „Erfolg wird nie selbstverständlich, weil ich weiß, wie viel Arbeit dahintersteckt und wie viel Arbeit in unserer Mannschaft steckt, um dort zu sein, wo wir jetzt sind. Erfolg ist immer etwas Besonderes, und es ist wunderschön, aktuell mit dieser Mannschaft von Sieg zu Sieg zu gehen. Wir haben eine unglaubliche Teamchemie, es macht jeden Tag richtig Spaß, hierherzukommen“, nennt er die Gründe für den Erfolgslauf. Die in den Playoffs noch unbesiegten Grazer könnten nach Wien (2017) und Salzburg (2022; mit Paul Stapelfeldt) als dritte Mannschaft eine „Perfect Postseason“ schaffen. Der Verteidiger erzählt, dass er durchaus Parallelen zum Team der Red Bulls vor vier Jahren sieht: „Dieses Gefühl, dass unsere Mannschaft heuer so kompakt ist, so viel Selbstvertrauen hat, dass kaum etwas schiefgehen kann – das ist eine der großen Parallelen. Wie schon damals lassen wir aktuell alles auf dem Eis, zeigen 110 Prozent Einsatz – sonst wäre so eine Serie nicht möglich.“

Spiel 4 am Mittwoch in Bruneck
Doch noch sind die Steirer nicht am Ziel angekommen. Ihnen fehlt noch ein Sieg zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte – dieser kann bereits am Mittwoch in Bruneck eingefahren werden. „Mit einem 0:3-Serienrückstand hat Pustertal nichts mehr zu verlieren. Wir stellen uns auf eine extrem harte Partie ein. Mit den eigenen Fans im Rücken werden sie mit viel Schwung aus der Kabine kommen. Wir wissen, was uns erwartet, sind entsprechend gut vorbereitet, wollen dagegenhalten – und natürlich ist das große Ziel, am Mittwoch den entscheidenden vierten Sieg einzufahren“, schließt Stapelfeldt ab.