Meldung vom 04.02.2026

Schiedsrichterin Julia Kainberger ist bereit für die Olympischen Spiele

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Die Salzburgerin Julia Kainberger erlebt mit ihrer Nominierung für die Olympischen Spiele Milano Cortina 2026 einen weiteren Meilenstein ihrer beeindruckenden Karriere. Die 31-Jährige, die vor vier Jahren in Peking als Lineswoman im Einsatz war und inzwischen als Head Referee tätig ist, blickt mit großer Vorfreude auf ihr zweites Olympia-Abenteuer.

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„Die Olympischen Spiele sind ein absoluter Höhepunkt, aber ich sehe sie auch als Zwischenstation. Ich möchte mich weiterhin entwickeln, dazulernen und auf höchstem Niveau konstant gute Leistungen bringen. Wie alle Mannschaften möchte auch ich so lange wie möglich bei einem Turnier oder in den Playoffs am Eis stehen. Die Erfahrungen, die ich hier sammeln darf, werden mich in der win2day ICE Hockey League zu einer noch besseren Spieloffiziellen machen“, erzählt Julia Kainberger, die am Sonntag nach dem ICE-Spiel in Klagenfurt nach Mailand weitergereist ist.

Für die Salzburgerin sind es die zweiten Spiele im Zeichen der fünf Ringe – 2022 war sie in Peking als Lineswoman im Einsatz. Direkt nach dem damaligen Finale startete die IIHF den Auswahlprozess „Road to Milano“, bei dem die nun nominierten Referees und Linespersons über mehrere Jahre hinweg beobachtet und ausgewählt wurden. Unter ihnen: Julia Kainberger, die inzwischen als Head Referee tätig ist.

Bei der „Olympic Games Pre-Qualification Women Group H“ im schwedischen Gävle im Februar 2025 stand sie bereits auf dem Eis. Im Sommer 2025 folgte die Nominierung als eine von zwölf Schiedsrichterinnen für Milano Cortina 2026. „Ich habe die Nominierung telefonisch erfahren. In dem Moment war ich ehrlich gesagt sprachlos – es war eine Mischung aus Freude und Stolz. Mir wurde sofort bewusst, wie viel Arbeit, Disziplin und Unterstützung hinter diesem Schritt stecken. Und natürlich denke ich an all die Kolleginnen und Kollegen, die mich all die Jahre begleitet haben und diesen Traum mit möglich gemacht haben“, erinnert sich Kainberger, die im Dezember bereits an einem Vorbereitungscamp in Mailand teilnahm.

Kainberger schreibt immer wieder Geschichte
Die frühere Verteidigerin sammelte in den letzten Jahren viel Erfahrung als Head Referee. Am 30. Dezember 2023 feierte sie ihr Debüt in der win2day ICE Hockey League – als erste Frau überhaupt leitete sie die Partie Ljubljana gegen Asiago. Im September 2024 folgte ein weiterer Meilenstein, als erstmals in der Champions Hockey League zum Einsatz kam - ebenfalls als erste Frau. Nun wartet in Mailand der nächste große Schritt: „Die Olympischen Spiele sind das Größte, was man im Sport erreichen kann – auch als Schiedsrichterin. Über die Ringe zu fahren ist noch immer surreal. Das ist Gänsehaut pur. Für mich ist es eine enorme Anerkennung meiner Leistungen und meines Weges, der nicht immer leicht war. Es zeigt, dass auch unsere Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird. Als Schiedsrichterin eines kleinen Eishockeylandes ausgewählt zu werden, beweist, dass man es von überall an die Weltspitze schaffen kann.“

Das Niveau beim olympischen Eishockeyturnier der Damen wird extrem hoch sein – dementsprechend anspruchsvoll ist auch die Aufgabe für die Spieloffiziellen. Körperkontakt ist mittlerweile auch im europäischen Fraueneishockey verstärkt zugelassen, was die Anforderungen noch erhöht. Kainberger hat sich sowohl körperlich als auch mental akribisch vorbereitet und blickt der Herausforderung mit Spannung entgegen: „Teil dieses Events zu sein, ist etwas ganz Besonderes und eine große Ehre. Der Druck ist spürbar – schließlich werden diese Medaillen nur alle vier Jahre vergeben. Die Medienpräsenz ist enorm, aber ich versuche, den Druck positiv zu nutzen. Am Ende geht es immer darum, klare Entscheidungen zu treffen und das Spiel bestmöglich zu leiten. Auf höchstem Niveau respektiert man sich gegenseitig – egal ob Trainer, Spielerinnen oder Schiedsrichterinnen. Jede und jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass der Sport funktioniert und man einander vertraut.“

Wann genau die Salzburgerin in der am Donnerstag beginnenden Vorrunde erstmals zum Einsatz kommt, ist noch offen – die Spielbesetzungen werden erst kurzfristig bekannt gegeben. Doch Kainberger ist bereit: „Ich bin für jedes Spiel vorbereitet und freue mich besonders auf den ersten Einsatz – dann wird es wirklich real.“

Schiedsrichterin Julia Kainberger spricht über den Referee-Alltag und ihre Olympia-Nominierung:

Foto: EC-KAC/Florian Pessentheiner